In dem Zusammenhang wäre es vielleicht auch sinnvoll weitere Unterschiede mit aufzuzählen.
Der wichtigste Punkt wäre Zeit.
Spieler dieser Gruppen spielen im allgemeinen viel mehr als Unsereins. Das hat nicht selten Auswirkungen auf den Fähigkeitslevel allgemein. Hätte ich mehr Zeit zum Spielen, würde ich aus mir auch mehr rausholen können. Verhält sich bei anderen Dingen im Leben genau so.
Spieler dieser Gruppen spielen mehr gemeinsam. Es muss noch nicht mal FF14 sein. In der Folge kennen sie sich auch sehr viel besser als Unsereins. Insbesondere bei der Spielweise, den Stärken und den Schwächen. Gerade das ist wichtig um sich als Team aufeinander abzustimmen und die Prioritäten zu setzen.
Was gut und was schlecht funktioniert, hängt mehr von der Gruppe als Einheit ab und weniger vom Individuum. Eine Crit Ausrichtung kann dort gut funktionieren. Will ich nicht bestreiten. Ob eine andere Ausrichtung nicht effizienter gewesen wäre, können wir ohne objektive Vergleichsdaten allerdings auch nicht mit Sicherheit sagen.
Letztlich ist jede Gruppe einzigartig. Nur weil etwas in einer Gruppe gut funktioniert, bedeutet das nicht, dass sich das so auch auf andere Gruppen übertragen lässt. Wenn ich mal in anderen Gruppen aushelfe, ist das grundsätzlich erst einmal ungewohnt. Ich kann da nicht einfach mein gewohntes Programm abspulen, sondern muss mich mit der Gruppe vertraut machen und mein eigenes Spiel entsprechend anpassen. Freilich ist das auch bei anderen Rollen so. Jedoch finde ich, dass man die Unterschiede als Heiler am stärksten spürt.
Diese ganze Diskussion wäre nicht entbrannt, wenn du dich auf Dinge beschränkt hättest, bei denen du mit eigenen Erfahrungen beitragen kannst. Zumindest ich sehe das als eine essentielle Grundlage für eine sachliche praxisorientierte Diskussion.
Du hast dich hingestellt und Dinge als falsch bezeichnet welche ich über A8S und Noctural Astrologe gesagt habe. Um in dieser Angelegenheit sachlich diskutieren zu können, sollten jedoch ein paar Voraussetzungen auf deiner Seite erfüllt sein:
- du hast den Kampf zu Ende gespielt
- du hast den Kampf in der Kombination Weißmagier + Noctural Astrologe gespielt
Der Noctural Astrologe war in A8S sehr schwer, ich würde sogar behaupten grenzwertig zu spielen (da kann Marius zu Recht stolz auf sich sein) und ich habe im Verlauf auch eine sehr konkrete Vorstellung davon bekommen, worin genau die Überlegenheit des Gelehrten besteht, welche Yoshida in einem Famitsu Interview zugegeben hat. Er hat auch zugegeben, dass sie noch keine wirkliche Idee haben, wie sie die Kuh vom Eis bekommen sollen. Hat man an den Änderungen auch gesehen. Die Potenzen der Schilde anheben klingt zwar ganz nett, ging am eigentlichen Problem jedoch komplett vorbei. Die Worte "Band Aid Fix" im englischen Forum haben es sehr passend getroffen. Wir werden sehen, was sie mit 4.0 versuchen werden.
In dieser Sache ist es wie mit Virtual Reality. Um wirklich eine Vorstellung davon zu bekommen muss man es selbst erlebt haben. Wie unfair das Balancing in diesem Kampf für Gruppen mit Weißmagier + Noctural Astrologe gewesen ist, kann man auch gut in den Rankings auf LOGs ablesen. Das Verhältnis ist etwa 1:100 (Noctural Astrologen : Gelehrten). Natürlich haben mehr Gruppen auf einen Gelehrten statt Noctural Astrologen gesetzt. Auch ich habe meinen Gelehrten für den Fall der Fälle für diesen Kampf ausgerüstet. Allerdings glaube ich nicht, dass das Verhältnis der Gruppen, die es mit einem Noctural Astrologen versucht haben, so schlecht gewesen sein soll. Das waren sicher deutlich mehr als 1% der Gruppen. Selbst wenn nicht hat es gute nachvollziehbare Gründe für die Wahl gegeben.
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Noch mal zum Thema Manabedarf:
Jemanden pauschal nach seinem Manabedarf zu verurteilen halte ich für falsch. Der tatsächliche Manabedarf hängt von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Nur auf ein paar davon hat man als Heiler unmittelbaren Einfluss.
Da wären zum Beispiel:
- die Spielweise des Heilerteams (ich verwende hier bewusst das Wort Team).
- die Spielweise (und Fehlerrate) der Gruppe (Migitation/Selbstheilung)
Es gibt auch schlechte Tage und da ist mir ein mieser Kill tausend mal lieber, als so lange zu Wipen bis zufällig mal nicht so viele Fehler passieren. Kostet Mana und nicht zu knapp.
Weiterhin wäre da auch
- der gute alte RNG
Dieser kann einen schon manchmal vom Glauben abfallen lassen. Der RNG hat z.B. in der Roboterphase von A8S darüber entschieden, ob mein Mana am Ende dieser Phase halb voll war oder ich auf dem Zahnfleisch gelaufen bin. Wesentliche Faktoren waren die Anzahl der Doppelkanonenschläge vom Blechbrecher und die Crit Rate aller 4 Roboter. Handwerker werden wissen, wie ich letzteres meine.
Auch nicht zu verachten (von Argon bereits erwähnt):
- man geht an die Grenzen des Machbaren
Wenn man wirklich alles gibt, ist das Mana beider Heiler am Ende des Kampfes leer, weil alles was nicht für Heilung gebraucht wird in Schaden investiert werden kann. Sieht in den Zahlen sicher ganz nett aus, bringt jedoch große Risiken mit sich, weil kaum bis gar keine Reserven vorhanden sind um Fehler zu korrigieren. Würde ich persönlich nicht bevorzugen. Lieber ein Ende mit Schrecken (mieser Kill), als ein Schrecken ohne Ende (Wipe, Wipe, Wipe...).



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