Quote Originally Posted by Ahmbor View Post
Ist Rinoa Artemisia?
Leute, das ist doch nur eine Metapher xD Ahmbor geht davon aus, dass wir alle wissen, dass Rinoa Artemisia sei und bezieht sich auf meinen Sarkasmus.


Aber jetzt mal im ernst und um auf das Thema des Threaderstellers zurückzukommen.

Leider habe ich mich lange Zeit auch unwohl gefühlt, weil ich das Gefühl hatte, als Deutscher ist man nur durch GoodWill befugt, FF14 zu spielen. Warum ich dieses Gefühl hatte?

Square Enix ist ein japanisches Unternehmen und die Projektleitung wie auch Entwicklung findet in Japan statt. Hauptzielgruppe sind bei japanischen Spielen in der Regel Japaner (weshalb nur wenig Spiele von dort zum westlichen Markt vordringen). Wir Europäer sind nur ein kleiner Bruchteil der Spieler, die FFXIV spielen (auch erkennbar an der Servermenge).
- Gegenüber anderen MMOs werden Produzenten-Livestreams auf Japanisch gehalten. Es ist ja schön, dass die wichtigsten Fragen später übersetzt ins Forum gelangen. Aber man fühlt sich auf Grund der Sprache ausgegrenzt. Ich habe in meiner Schulzeit zwei Fremdsprachen gelernt, aber Japanisch ist mir so fremd, dass die im Live-Letter auch Französisch, Twi oder eine andere dritte Welt-Sprache nutzen könnten. Ich seh nur zu, seh wie sie sich gegenseitig oft zustimmen (Hai!) und alle paar Jubeljahre versteh ich ein einzelnes Wort wie PvP, PS3 oder FATE. Es ist also ein großes Angebot an die Spieler, das man hier nicht wirklich nutzen kann. (Ich würde mir wünschen, dass neben den Fragen und Antworten auch die Artworks und andere kleine Vorführungen hier gepostet werden.) Bei anderen MMOs wird man besser von den Produzenten und Entwicklern angesprochen, weil sie eine Sprache nutzen, welche man auch verstehen kann.
- Noch ein Mysterium ereignet sich im Forum. Wie kann es sein, dass die Japaner im japanischen Forum immer mehr wissen als wir? Haben die Japaner einen Durchschnitts-IQ von 150 und dank ihrer schnellen Auffassungsgabe können sie sämtliche Geheimnisse ergründen? Oder liegt das eher dadran, dass die Entwickler dort gern mal kleine Inhalte und Neuheiten posten und die Community direkt an der Quelle hockt? Wir werden es nie erfahren
- Anschließend gibt es noch viele Veranstaltungen, die von SE organisiert werden. "Aufgepasst! Ein neues F.A.T.E. ereignet sich! Es ist iiiiin...... Osaka!". Paar Wochen später: "Es wird ein neues F.A.T.E. kommen! Und diesmal findet es in..... Tokyo statt!"
Und so geht es jedes Mal. Sämtliche Veranstaltungen finden in Japan statt. Man macht sich insgeheim einen Reim dadrauf: "Ja weil für Japaner das Spiel gedacht ist. Wir Europäer haben nur die Möglichkeit, mit zu spielen. Wir können ja auch schon froh sein. Weil wir lange geheult haben, kriegen wir ENDLICH einen Server in... Kanada..."
Als wäre man nur eine Last oder eine Gruppe, die bis zum nächsten FF-Teil befriedigt werden muss.
Aber hey, Besserung war in Sicht. Ein Fanfestival soll in Europa stattfinden (und natürlich auch in Japan. Die haben ja so wenig Events). Hey, es ist in London. Das ist doch nur ein Miqo'te-Sprung entfernt!

All diese Eindrücke brachten mich zu der Einsicht, dass Final Fantasy einfach ein Spiel für Japaner ist und bleibt. Wir Europäer dürfen die Server mitbenutzen. Kundenzufriedenheit ist überbewertet (wenn es nur eine kleine Gruppe von Kunden ist).


Dieses Gefühl hat sich jedoch gelegt. Die neuen Events, sei es als Ambassador, Community-Video oder Fan-Gathering, sind gute Schritte in die richtige Richtung. Möglicherweise hat sich das deutsche Community Team diese Events ausgedacht. Das ist aber nicht der ausschlaggebende Punkt. Solch Events müssen finanziell auch abgedeckt werden. Ich bezweifle, dass Sasunaich oder Kahuna private Gelder zur Verfügung gestellt haben. Irgendjemand muss in Japan die Unterschrift für die Finanzierung gegeben haben. Das heißt, dass eine Person mit speziellen Befugnissen der deutschen Community einen gewissen Wert beimisst.



Übrigens: Mich stört nicht, dass nur wenig Fragen von uns beantwortet werden. Ich hatte mal eine Statistik gelesen, dass unter allen aktiven Konten lediglich 5 % aus dem deutschsprachigen Raum stammen. Wenn man also fair sein möchte, dürfte nur jede 20. Frage zugelassen werden. Hinzu kommt, dass fast 2/3 aller Fragen außerhalb des Themengebietes oder des Formats liegen. Bei 60 Fragen also kein Wunder, wenn gerade mal eine Frage genutzt wird.
Zusätzlich sollte man sich mal anschauen, wie viele Fragen in den anderen Bereichen gestellt werden. Hinzu kommt, dass innerhalb des Live-Letters noch Fragen gestellt werden können. Da eine Übersetzung meist zu langwierig ist, werden direkt japanische Fragen aus NikoNiko genutzt (was jetzt nicht schlimm ist. Könnt ihr etwa kein Japanisch? :P ).

Trotz dieser Umstände bin ich erstaunt, wie viele deutsche Fragen tatsächlich beantwortet werden. Bedenken sollte man, dass die Fragestellung meist ein wenig geändert worden ist, weil sie besser zum Gesprächsfluss und dem Thema passen. Auch sollte man Bedenken, der Live-Letter ist ein Marketing-Mittel und richten sich auch an FF-Neulinge. Kritische Fragen versucht man anders und im Forum zu beantworten.

Ich stelle dennoch meine Fragen, auch wenn ich weiß, dass sie nicht in den Live-Letter wandern. Warum? Weil ich mit Sicherheit weiß, dass all jene Fragen übersetzt werden und in Japan landen. Nicht allein Yoshi-P liest diese, sondern auch viele andere Entwickler und Mitarbeiter. Mit diesem Feedback im Hinterkopf beeinflusst man ihre Entscheidungen für zukünftige Patches. Kritische Fragen führt zu kritischen Überlegungen und Einlenkungen zu besseren Inhalten.

Die Entwickler leben von uns und ihnen ist es wichtig, die Ansprüche vieler Spieler zu erfüllen. Man kann sich diese Branche mit dem eines Restaurantes veranschaulichen. Wenn dem Gast das Essen des Kochs (Entwickler) oder der Dienstleistung des Kellners (Community-Rep) nicht gefällt, geht er stillschweigend zu dem nächsten Restaurant (Spiel/MMO). Resultat: Das alte Restaurant hat Umsatzeinbuße und muss eventuell schließen. Erst wenn der Gast Feedback zum Essen oder der Arbeit gibt, kann das Restaurant dies umsetzen und seine Spezialitäten bleiben in der Stadt (Internet) erhalten.