Zwei Augen sehen mehr als eins
Zwei Augen sehen mehr als eins.
Es war dunkel und kalt. Weißer hauchdünner Nebel bedeckte den Weg mitten im Wald. Yuzyl schlang seine Arme um den Körper und bereute jetzt schon ein zwei Bierchen mehr getrunken zu haben. Der Abend war lustig aber länger als er sein sollte. Doch bevor es in den Morgen ging entschloss er sich den kurzen Weg von der Bar zurück zu seinem warmen Bett in Mühlenbruch zu laufen. Doch der Weg erschien ihm viel länger als er eigentlich war. Nicht nur das. Er war sich ziemlich sicher DIESEN Baum noch nicht gesehen zu haben: „WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH.“ Schrie er. Ich glaube jeder hätte sich so entschieden, wenn vor ihm ein fliegendes gelbes Auge aufgetaucht wäre: „WAAAAAAAAH EIN AUGEEEEEEE !!!!!“ schrie er nochmal.
„Ich bin kein Auge. Ich bin ein Ahriman!“
„AAAUGEEEEEEEE !!!!!“ rückartig versuchte er zu fliehen und knallte gegen einen Baum.
„Bitte hilf mir,“ flehte der Ahriman verzweifelt:“ Ich kann meinen Mann nicht finden.“
Seinen Kopf reibend schaute Yuzyl dem Auge in das Auge, dass sich anfing mit Tränen, oder besser Träne zu füllen. Seine Angst schwand allmählich und er verspürte Mitleid. Er war auch auf eine seltsame Weise erleichtert nicht mehr allein zu sein.
„Ich helfe dir. Es ist alles gut. Vier Augen sehen immerhin besser als zwei. Ich meine Drei……ach du weißt schon,“ stotterte er.
„Dein Ehemann hat sich also verlaufen ?“ fragte Yuzyl.
„ja, wir haben uns irgendwie aus dem Auge verloren.“
Sie begaben sich also auf die Suche nach dem kleinen entlaufenen Äuglein.
Als erstes schauten sie dort nach, wo die beiden Augen sich das letzte mal gesehen haben. Doch keine Spur war zu finden. Also begannen sie die nähere Umgebung abzusuchen. Wenn man seine verdammte Hand vor Augen wenigstens sehen könnte wärs durchaus einfacher.
Verzweifelt schrie das kleine Auge in der unheimlichen Dunkelheit immer wieder den Namen ihres Mannes, doch es kam keine Reaktion…….. da war aber etwas anderes, was die Aufmerksamkeit auf die beiden suchenden richtete. Ein riesiger Schatten erhob sich, der die Finsternis ins absolute Dunkel stürzte. Sie umschloss die beiden wie eine hungrige Bestie. Das kleine Auge huschte zitternd unter Yuzyls Rüstung während er kampfbereit das Schwert zog. Doch je näher der Schatten kam je kleiner wurde er und ein flattern, was dem kleinen ängstlichen Angstauge gar nicht unbekannt war ertönte. „SCHAAAAAAAAATZ,“ blitzschnell kam es hervor wie es abgehauen war und umarmte oder besser umflügelte ihren orangenen Ehemann.
„Danke, dass du uns geholfen hast junger Kater,“ sagte sie.
Ihm wurde klar, dass er jetzt selbst verloren gegangen war. Doch das orangene Auge kannte den Weg, da es auf der Suche daran vorbeigeflogen ist. Mit den Worten:“ Man sieht sich,“ verabschiedete man sich.“
Lächelnd schlief Yuzyl zu Hause ein. Die zwei waren eben nicht nur ein Ehepaar, sondern auch ein Augenpaar. Einfach unzertrennlich.
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