Nach einer wahren Begebenheit ...
Mies gelaunt und völlig fertig schlürft Finiora, die Füße kaum vom Boden hebend und ihre Spitzhacke über den Boden schleifend, in Richtung ihrer Wohnung. An diesen Tagen, den Allerschutzheiligen, verkroch sie sich in ihrer Mine um den Festlichkeiten so gut es ging aus dem Weg zu gehen. Mit einem Grummeln wich sie einem Elezenpaar aus, das gerade als Vampire über sich herfiel und gegenseitig kichernd versuchte, sich in den Hals zu beißen. „So geht das doch nicht, ihr seid doch schon beide…. Hach…“, seufzend wandte sie sich ab und wurde kurzerhand vom Nachbarsjungen überrascht, der als Pistolenheld verkleidet auf ihren Bauch zielte, schoss und fröhlich rief: „Jetzt hat‘s dich erwischt, Finiora!“ Finiora reagierte nicht darauf, ging einfach weiter und vernahm nur noch ein leises Winseln des Nachbarsjungen „….Spielverderber!…“. Sie ließ ihre Schultern noch tiefer hängen und blendete alles um sich herum aus, während sie ihre Wohnung aufschloss. „…witziges Fest...ha…ha“. Völlig erschöpft ließ sie sich in voller und dreckiger Montur ins Bett fallen.
Schweißgebadet wachte sie mitten in der Nacht von ihrem Albtraum geplagt auf. Sie schien dort zu ertrinken, doch das Wasser war dickflüssig und stank bestialisch. Langsam hob sie ihren schlaffen Arm um sich den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Ihr Körper verkrampfte, das rechte Bein zuckte unnatürlich seitlich weg. Reflexartig legte Finiora ihre andere Hand auf ihren Bauch. Auch dieser war völlig nass. Sie strich mit der Hand drüber und erneut durchzuckte ihr ganzer Körper ein höllischer Schmerz. Stöhnend hebt sie ihre Hand gegen das Mondlicht und erstarrte. Ihre Hand war dunkel gefärbt. Konnte das sein!? War das etwa Blut an ihrer Hand? Völlig geschockt versuchte sie sich aufzusetzen, doch keiner ihrer Muskeln wollte sich bewegen. Ihr Körper bewegte sich nur, wenn der Schmerz ihn durchfuhr. Die Tränen rannen ihr über das Gesicht, während sie versuchte an sich herabzusehen und abzutasten. Durch einen Wasserschleier des Blickes getrübt und einem salzigen Geschmack im Mund wimmerte Finiora nur noch, als sie sah, wie sich dunkle Gestalten über sie beugten. Sie spürte wie sie von warmer Flüssigkeit umhüllt wurde. Das Blut an ihrer Hand begann schon leicht zu verkrusten. Mit der Ohnmacht am kämpfen, vernahm sie auf einmal einen starken Ruck. Das Bett brach zusammen, ein grausamer Aufschrei des Schmerzes durchfuhr Finiora. Die dunklen Gestalten zogen sie gewaltsam aus der Wohnung und hinterließen dabei eine lange Blutspur.
Finiora war nie wiedergesehen.
…
Renos lachte lautstark auf und klopfte Fini freundschaftlich auf die Schulter. „Du solltest jetzt mal deinen Gesichtsausdruck sehen, Fini!“ Breit grinsend schaute er in ihr geschocktes Gesicht. Die Augen und den Mund weit offenstehend und wohl noch stark verarbeitend der Geschichte Renos‘ – der angeblich wahren Geschichte ihrer Ur-Ur-Großoma Finiora.
Fini schüttelte sich kräftig um den Schauer, der sich auf ihrem Rücken breitgemacht hatte, loszuwerden und suchte unsicher auf dem Holzboden nach Blutspuren. Renos lachte erneut, als er ihren Blick vernahm und neckte sie: „Ganz ruhig, Kleines. Hab' einfach Spaß am Allerschutzheiligen, vertreibe mit deiner Feierlaune die bösen Geister und den Riodinidaes wird nie wieder so etwas zustoßen.“
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Charaktername: Fini Riodinidae
Welt: Shiva
Gegenstand: Schal der Schlagfertigkeit